IG Hafenentwicklung bilanziert das vergangene Jahr

OFFENER BRIEF

Sehr geehrte Mitglieder des Rates, verehrte Bürgerinnen und Bürger,
die Interessengemeinschaft (IG) Hafen Weener wurde vor bald einem Jahr durch verschiedene „Informations- und Diskussionsrunden“ gestartet und blieb in diesem Jahr durchaus lebendig und aktiv.

In den regelmäßigen Gruppensitzungen wurde über verschiedene Themen der Stadt, nicht nur über den Hafen und sein direktes Umfeld, sondern auch über die allgemeinen Herausforderungen, die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die zukünftigen Herausforderungen lebhaft diskutiert.
Zu verschiedenen Themen wurden dann auch Präsentationen erarbeitet und teilweise der Öffentlichkeit und/oder der Politik und Verwaltung vorgestellt.

Hier einige Beispiele:
  • Vorschläge zur Steigerung der Einnahmen und Reduktion der Kosten des Hafens wurden erarbeitet und der Verwaltung in einer Präsentation erläutert. Hilfestellungen zur Verbesserung der Situation wurde durch uns Bürger angeboten. (Stromversorgung, Kassiervorgänge, Werbung für Traditionssschiffe als Dauerlieger oder Winterlieger, sowie diverse Details zur teilweisen Anbindung des alten Hafens an eine zeitgemäße Ver- und Entsorgung.) Auch wurden Verbesserungsvorschläge zur aktuellen Hafenordnung angemerkt und auch hier eine konstruktive und selbstverständlich auch ehrenamtliche Zuarbeit angeboten. Obwohl nach diesen Terminen im Sommer keine aktiven Reaktionen oder Inanspruchnahme von Hilfestellungen durch die Verwaltung an uns ergingen, haben wir zu diversen Gesprächen auch im Bürgermeisteramt auf diese Sprachlosigkeit hingewiesen und uns geärgert.
  • Einladung zu einem Tourismus Symposium. Da immer wieder der Missstand einer Planlosigkeit zum Thema Tourismus der Stadt identifiziert werden konnte, haben wir ein „Ideen Symposium Tourismus Agenda 2035“ vorbereitet. Es wurden diverse Personen aus Wirtschaft, Verwaltung, touristischen Organisationen in Ostfriesland sowie der Politik im Landtag und auch der Wissenschaft angesprochen und eingeladen. Ebenfalls die Fraktionen im Rat der Stadt. Die Reaktionen des Rates waren sehr befremdlich! Es gab eben keine! Diese „Nicht Reaktion“ für uns eine klare Symbolik, wurde als Verweigerung der Kooperation seitens des Rates aufgenommen (kleine Ausnahme nach wiederholter Erinnerung Bündnis 90/Die Grünen mit der Zusage eines Positionspapiers) Nach einer notgedrungenen Verschiebung des Termins wurde uns nach einer entsprechenden Diskussion im Rat und der Verwaltung die Gründung einer Rats-Arbeitsgruppe zugesagt. Der neu angekündigte Termin für ein Ideen Symposium mit Impulsvorträgen wurde daher erneut durch uns abgesagt, da die Arbeitsgruppe im Rat zuerst ihre Arbeit aufnehmen sollte. Bisher sind keinerlei Ergebnisse oder Kontakte aus diesem Kreis in verwertbarer Form entstanden und auch dies hat uns geärgert.
  • Die ersten Planungen zur städtebaulichen Modernisierung des alten Hafens wurden durch die Verwaltung vorgestellt, diverse Positionen, Konsequenzen, Auswirkungen wurden teils sehr kontrovers in der Öffentlichkeit und auch in unserer IG diskutiert. Auf Anfrage wann mit finalen Entscheidungen zu rechnen sei, wurde uns aus dem Bürgermeisteramt „Ende 2025/Anfang 2026“ mitgeteilt. Ebenfalls wurden diverse weitere Gespräche auch mit den durchführenden Architekten bei verschiedenen Gelegenheiten avisiert. Bisher ist davon keinerlei geschehen. Termine werden nicht offiziell verschoben und es gibt auch keine öffentlich verfügbaren Planungen hierzu. Darüber haben wir uns geärgert.
  • Wir haben erstmals ein Nachbarschaftsfest organisiert welches nur bescheiden besucht wurde. Die aktive Mitarbeit von Anwohnern des Alten Hafens ging zurück, leider. Es besteht eine allgemeine Hoffnungslosigkeit in der Stadt positive Änderungen mit Politik und
  • Verwaltung auf den Weg zu bringen, diese Grundstimmung ist auch für uns schwer zu kompensieren.
  • Im letzten Quartal entstand nun die Idee eines völlig neuen Konzeptes eines Hafenmarktes in der IG. Diesbezüglich erhoffen wir uns eine deutliche Belebung des Hafens und verweisen auf die diversen Präsentationen und Texte die wir zu diesem Thema schon veröffentlicht haben. Eine Beteiligung der Stadt an diesem Projekt wurde seitens der Verwaltung ausgeschlossen.

Wir ziehen ein Jahresresümee: Unsere diversen Bemühungen werden eher diskreditiert als gefördert. Eine konstruktive Zusammenarbeit mit Bürgern scheint für die etablierte Politik eher ungewohnt und wird teilweise als Affront und Misstrauensbekundung gewertet, dieser Affekt seitens der Politik, ist ein Kernproblem welches gelöst werden muss.
Das Grundverständnis unserer Ratsvertreter oder zumindest Teilen davon, zu Ihrer Rolle und unserer Rolle als Bürger erscheint uns aus einer längst vergangenen Zeit zu sein. Eine Verbesserung oder weitere Klärung und Detaillierung von Aufgaben und Zielen zur Belebung unserer Stadt ist uns nicht gelungen.
Für das nächste Jahr erhoffen wir uns, dass die unverhohlene Ablehnung unserer Bürgerinitiative durch große Teile der Ratsmitglieder der Stadt beendet wird und zu einem konstruktiven Miteinander findet.

Frohes Neues Jahr und gute Veränderungen für die Stadt im Wahljahr 2026
Ihre IG Hafen

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